Die grosse Frage ist: Wie viel können Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer mit einer Wärmepumpe wirklich sparen? Unsere Vergleichsrechnung zeigt die gesamten Kosten über 20 Jahre mit den zwei verbreitetsten Wärmepumpenvarianten, also Luft-Wasser- und Erdwärmepumpen, sowie mit einer Ölheizung auf.
Für die Berechnung nutzen wir Zahlen von «erneuerbarheizen», einem Programm von EnergieSchweiz und des Bundesamts für Energie (BfE) und gehen von folgenden Annahmen aus:
- Heizenergiebedarf: 20’000 kWh / Jahr
- Durchschnittliche Stromkosten (inkl. Teuerung): 0.26 Franken / kWh
- Durchschnittliche Heizölkosten (inkl. Teuerung): 1.38 Franken / l
Wichtig: Mögliche Fördergelder von Bund, Kanton oder Gemeinden für den Einbau einer umweltfreundlichen Heizung sind nicht berücksichtigt. Diese verbessern die Bilanz für Wärmepumpen zusätzlich.
Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist, verglichen mit anderen Wärmepumpen, preiswert in der Anschaffung. Die Kehrseite ist, dass die Produktion der Heizenergie aus der Umgebungsluft weniger energieeffizient ist.
Im Detail betragen die Kosten für das Gerät, den Einbau sowie die nötigen Investitionen in einen Energiespeicher und das Wärmeverteilnetz im Eigenheim etwa 42’000 Franken.
Dazu kommen die laufenden Wartungs- und Stromkosten. Für die benötigte Heizenergie von 20’000 kWh muss bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem Stromverbrauch von etwa 7’143 kWh gerechnet werden. Das heisst, unter Annahme eines Strompreises von 0.26 Franken pro kWh betragen die laufenden Kosten:
- 1’857 Franken pro Jahr für den Strom und
- 300 Franken pro Jahr für die Wartung.
Damit fallen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe über 20 Jahre Gesamtkosten von total 85’140 Franken an.
Gesamte Kosten für eine Erdwärmepumpe
Eine Erdwärmepumpe ist im Betrieb effizienter als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, verursacht aber grössere Anfangsinvestitionen. Denn sie braucht eine Erdsonde oder ein grossflächiges Rohrsystem, durch das eine Sole, ein Salz-Wasser-Gemisch, gepumpt wird.
60’000 Franken, fast zwei Drittel der Gesamtkosten, entstehen bereits bei der Anschaffung der Erdwärmepumpe. Damit werden der Kauf des Geräts und dessen Installation sowie die Aufwände für die Tiefenbohrung der Erdsonde und die dazu nötige gewässerschutzrechtliche Bewilligung abgedeckt. Dazu kommen Investitionen in einen Energiespeicher und das Wärmeverteilsystem im Eigenheim.
Bei den laufenden Kosten spielt die Erdwärmepumpe aber ihre Effizienzvorteile aus. Bei einem Bedarf von jährlich 20’000 kWh Heizenergie verbraucht sie nur rund 5’714 kWh Strom. Das bedeutet, die laufenden Kosten betragen bei einem Durchschnittspreis von 0.26 Franken pro kWh Strom:
- 1’486 Franken pro Jahr für den Strom und
- 300 Franken pro Jahr für die Wartung.
Über 20 Jahre sind die geschätzten Gesamtkosten für eine Erdwärmepumpe 95’720 Franken.
Kosten für eine Ölheizung
Eine neue Ölheizung ist sehr günstig in der Anschaffung, insbesondere wenn sie eine bestehende Ölheizung ersetzt. Die Anfangsinvestitionen betragen mit circa 23’000 Franken nur rund die Hälfte bis ein Drittel dessen, was man für eine Wärmepumpe bezahlen muss.
Ein Blick auf die laufenden Kosten offenbart aber den grossen Nachteil von Heizungen mit fossilen Energieträgern. Bei 20’000 kWh jährlichem Energiebedarf und 10 Prozent Energieverlust muss man mit einem Heizölverbrauch von 2‘200 (Schnitt: 10 Prozent Verlust, 1 Liter Heizöl entspricht 10kWh) Litern pro Jahr rechnen. Zudem verursacht der Tank und der Kamin für zusätzliche Unterhaltskosten.
Konkret sind die laufenden Kosten mit einem Heizölpreis von 1.38 Franken pro Liter:
- 3‘036 Franken pro Jahr für das Heizöl und
- 550 Franken pro Jahr für Wartung und Unterhalt.
Damit betragen die gesamten Kosten für eine Ölheizung über 20 Jahre 94‘720 Franken.